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Mittwoch, 22. Juni 2011

Deutschbags, Minnesota and the (lashing) rain

Hui, eine Woche ohne Post. Naja, wir haben hier immer den ganzen Tag zu tun und kommen kaum zum schreiben. Ok, ich fasse die Woche mal zusammen. Mittwoch musste Ricky noch arbeiten, also haben wir eine Weile rumgelegen, sind dann aufgestanden und haben Germain, unseren kanadischen

Tramper mit in die Stadt genommen. Nach kurzem WLAN-Erschleichen bei McMaggot's (hier gelernt und viel drueber gelacht) und Fotos machen wurde sich gedruecktund verabschiedet. Wir haben Germain ueber Facebook weiterverfolgt und gesehen, dass er zurueck in Kanada ist, ohne von kranken Truckfahrern vergewaltigt zu werden. Gut, wir sind nach seinem Absetzen weiter in die Stadt. Begleitet wurden wir dabei von Ryan, einem Freund von Ricky. Ryan ist ein Riesenbaby, das wegen ein bisschen Grasbesitzes und einem folgenden Bestechungsversuches fuer knapp 6 Monate im Knast sass. Ryan kann keiner Fliege was zuleide tun, quatscht aber unheimlich viel und kennt sich hier in der Gegend aus. Lebensmittel und Bierchen gekauft und ab nach Hause, um auf Ricky zu warten. Als der nach der Arbeit nach Hause kommt, ist auch sein Freund Jimmy am Start, wir gehen zum Mexikaner, schauen dann Filmchen und Trailer Park Boys und gehen spaet ins Bett. Ryan schläft diese und die naechste Nacht auf dem "Lazyboy"-Sessel in Rickys Wohnzimmer. Am Donnerstag ausgeschlafen, wieder Lebensmittel eingekauft (hier gibt es wenig Vegetarier aber unheimlichviele vegetarische Sachen, geilo!) und dann einen Cruise durch die (Klein-)Stadt hingelegt denn Tinchen faehrt hier immer gern. Ricky war waehrenddessen auf der Beerdigung von Kayla. Am Abend ging's mit Joey, Shannon und Ryan in Tinchens Lieblingsladen, Dairy Queen (gut dass es das in Deutschland noch nicht gibt, Prophylaxe gegens fett werden). Dann abhängen daheim und ab ins Bett. Freitag begann mit einem Besuch bei Ricks Mum und Tante in St. Cloud. Nach diesem Mittagsspaziergang noch in den lokalen Plattenladen gedüst und die "Cowboys from Hell" auf Vinyl gekauft! Fettes Ding!

Am Nachmittag sind wir gen Süden zu Brandon und Becky gefahren. Der Plan dort war in einen Club zu gehen und "nen Beatboxer zu sehen, was daran scheiterte, dass Becky etwas angedonnert war, schlimmen Schluckauf bekam und wir nach kurzem Weg zurückkehrten. Unter allgemeinem Gelaechter wurde Becky ins Apartment und wir ins Restaurant und dann in eine Bar verfrachtet.
Am Samstag ging's von Beckys und Brandons Apartment rein nach Minneapolis. Dort sind wir im (die ganze Woche andauernden) Regen durch Downtown gelaufen (die Tour entsprach ungefaehr Rickys jährlichem Laufpensum) und haben dann im Hell's Kitchen gegessen. Dort sass zu unserer grossen Ueberraschung der Hollaender aus Chicago rum. Wieder wurden einige "What the fuck?" und "Alter was machst du denn hier?" 's ausgetauscht. Die Welt (bzw. die USA) sind echt ein Dorf. Danach durch den Regen zurueck, Eischen (Bei Cold Stone. Sehr empfehlenswert aber mit Fettwerd-Garantie) und spaeter nach dem Abendessen Laser Tag und Arcade mit

Justin und Bailey. Ich hab das letzte mal 1997 in Prag Laser Tag gespielt und Tinchen noch nie. Tinchen hat
erst ein bisschen Schiss und wird dann Zweite, die bloede Kuh. Alle (ok, ich und Brandon) schwitzen wie die Schweine, es gibt ein Bierchen und dann wird sich verabschiedet. Wir haben noch eine Stunde Heimfahrt vor uns und Brandon muss frueh raus, um mit seinem Vater Angeln zu gehen, denn Angeln ist hier Volkssport. Bei Brandon und Becky ins Bett gefallen und schon war die Haelfte unserer Zeit in Minnesota um.
Am Sonntag war hier Vatertag und wir sind, nach dem Eintreffen von Beckys Vater zurueck nach Sauk Rapids, haben da unsere Dreckwaesche rausgeworfen und

sind gleich weiter, Rickys Vater abholen. Mit ihm zusammen ging's weiter nach Melrose, wo Mitch (der Vater von Kayla, you know what I'm talking about) und Alyson wohnen. Dort gab es Fish fry fuer die Amerikaner, Tofubratwuerste fuer uns und Dessert Pizza fuer alle; es wurde Bocce Ball (die Rasenvariante von Boule) gespielt und am Abend ums Feuer rumgesessen und Bier getrunken.
Am Montag wurden Angellizenzen fuer Tinchen und mich und Blutegel fuer die Fische gekauft und dann an den Sylvia Lake gefahren. Dort warteten wiederum Mitch, Alyson und Maddison (die kleine Tochter der beiden, Kayla hatte eine andere Mutter)

auf uns und es wurde drauflos geangelt. Tinchen war die Einzige, die einen (sehr) kleinen Blue Gill fing, der aber gleich wieder in die Freiheit entlassen wurde. Dazu gab's ueberrasche
nd gutes Light-Bier und ein paar Runden auf
dem 4-Wheeler fuer mich. Coole Sache, so ein Ding haette ich auch gern! Am Abend Essen beim Thai mit Jimmy und Katie und dann kurzes Rumhängen

im luxurioesen und selbstgebauten Haus von Jimmy. Danach ging's nach Hause und ziemlich schnell ins Bett, denn am naechsten Tag ging's Richtung Duluth am Lake Superior (Oberer See). Dazu aber morgen mehr.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Blues, Beavers, Krauts 'n Yanks and the real Blues


Hups, lange nichts gepostet. Ok. Frühstück im Hostel, dann Richtung Public Transport gelatscht, nach Tageskarten gefragt. Die werden nicht am Bahnhof verkauft sondern sonstwo. Ok, wir also weitergezogen, am nächsten Bahnhof gefragt und dieselbe Antwort bekommen. Gut, dann 2 Blocks weiter die Strasse runter, einen Checks Casher gefunden, der Tageskarten verkauft. Gesagt, getan, zurück zur Station und ab in die Brown Line. Wie viel Infrastruktur hier sieht auch die (U,S keine Ahnung)- Bahn etwas runtergekommen aus, zumindest was die Stahltraeger angeht, auf denen die Bahn hier (in Chicago) zu 80% fährt. Die Wagen sind exakt dieselben wie die der New Yorker Subway. Wie auch immer, man bekommt Downtown Chicago nochmal von einer ganz anderen
Perspektive zu Gesicht. Sehr, sehr schoen. Ok, raus aus der Brown Line und ab unter die Erde in die Red Line, 2 Stationen weiter wieder raus und mit 'nem Haufen Schüler Richtung Museum Campus gelaufen. Dort fällt wieder auf, das nahezu jede öffentliche Rasenfläche (im Gegensatz zu Schienen, Strasse usw.) peinlich gepflegt wird. Muell liegt auch kaum rum, die Coppers passen auf (in New York hab ich böseste Blicke von 2 Zivibullen geerntet, als ich 'ne Kippe vor ihre Karre geschmissen habe) und verteilen Tickets an Leute, die ihren Kram rumschmeissen. Gut, ganz nach Osten gelaufen und ab ins Adler Planetarium. 2 Tickets für Journey to the Stars (Whoopie Goldberg moderiert) gekauft und noch ein bisschen in den Ausstellungen rumgestreunt. Dann ab in die grosse Kuppel und eine Spitzenshow gesehen. Mann, Kinos müssten solche Säle haben! Sogar Tinchen hat der Sternenscheiss gefallen, klasse! Raus, noch ein bisschen am See rumgetrieben, Fotos gemacht und dann zurück Richtung Innenstadt. Dort gab's ein so-lala Mittag in 'nem vegetarischen Cafe, danach wurde der Dicke müde und wir sind zurück ins Hostel. Auf dem Weg dahin laufen uns die 4 Franzosen über den Weg, mit denen wir in New York das Apartment teilten. Die Welt ist echt klein und nach einem kurzen "What the fuck are you doing here?" wurde sich für den Abend verabredet. Im Hostel kurz abgegammelt, dann ging's zum "Noodles in a pot", Take-Out Frass holen. Den haben wir uns dann auf der "Terrasse" des Hostel reingezogen und Gigi getroffen. Gigi ist in New York geboren, lebt gerade in El Paso, Texas, hat zwei Knarren, raucht ordentlich und arbeitet regelmäßig in Chicago. Gut, also auch mit ihr verabredet, denn die Franzosen hatten uns erzählt, das es abends fuer lau in 'ne Bluesbar geht. Supi! Wir also so gegen 9 dorthin, Gigi mitgeschleift und erstmal über den Laden gestaunt, denn der sah ein bisschen Bierzelt-maessig aus, ist aber ziemlich cool. Jeden Abend Livemusik, nicht ueberteuer und alle Idioten aus dem Hostel sind auch am Start. 2 Bands spielen abwechselnd in den 2 Raeumen, wir bleiben aber direkt an der Quelle im ersten Raum hocken. Es gibt Bierchen fuer uns und Crown-Coke (kanadischer Fuselrum; den hatte ich schonmal bei Eric, es gibt Bilder, wie er schmeckt) fuer Gigi. Gigi faellt auf, dass wir noch keine Shots getrunken haben, also gibt's Jaegermeister. Dann Bierchen, Gequatsche, Jaegermeister, Bierchen, 3 Norweger tauchen auf und ich bedanke mich fuer Turbonegro, Bierchen, Jaegermeister. Während wir das alles ganz gut wegstecken wird Gigi sichtlich angeschlagener und lallt auch etwas. Alswir draussen beim Kippchen stehen, ruft sie ihren Bruder an und laesst und kurz mit ihm sprechen, bevor sie das Gespräch per "Shut up, sucker!" beendet. Gut, ein Holländer kommt dazu, was mich etwas entlastet,während sich Tine jetzt voll und ganz Gigi kümmern muss. Auf dem Heimweg, so gegen um 1, fällt Gigi nochmal hin und wir fangen an zu bezweifeln, dass sie 5:30 Uhr aus dem Bett kommt.Nach einer kleinen Odyssee durchs Hostel finden wir ihr Zimmer und dann ist der Abend auch fuer uns vorbei.Am nächsten Morgen geht"s mir doch etwas schlecht, wir treffen aber die Franzosen, die ich am Vorabend vernachlässigt habe, um mich um Gigi zukümmern. Gut dass das Tinchen sich mal abgeseilt und mit den Burschen gesprochen hatte. Mit am Tisch sitzt auch ein Junge, der uns am Vortag unangenehm aufgefallen war, weil er einen französischen Monolog über 2 Tische gebrüllt hat. Dann stellt sich raus, dass er Kanadier ist und gern Richtung Nordwesten trampen würde. Ok, wir geben ihm noch eine Chance und nehmen ihn mit nach Minnesota. Im Auto stellt sich raus, das er gar kein schlechter Typ ist, Germain heisst und von Montreal aus gen British Columbia trampt. Long story short: Nach 9 Stunden Fahrt sind wir endlich in Sauk Rapids, es pisst furchtbar, aber Ricky freut sich sehr uns zu sehen. Wir fahren Bierchen und Essen kaufen, Germain darf auch die Nacht hier bleiben und alle sind relativ gut drauf, auch wenn Ricky heuteund morgen noch eine furchtbare Sache hinter sich bringen muss. Sein Patenkind ist gestorben.7 Jahre alt. Volle Scheisse. Alle (wir haben auch den Vater des Kindes schon gesehen, allerdings ohne zu wissen,was passiert ist) ertragen es nach aussen hin ruhig, sind aber innerlich ziemlich im Arsch. Ricky ist froh, dass wir hier sind, weil ihn das etwas von der Tragödie ablenkt. Es ist viel geplant in den nächsten Tagen, ich bin gespannt! Achso, wegen der inkonsistenten Umlautgeschichte hier im Blog: Ricky hat zwar keine deutsche Tastatur, aber einen deutschen Spellchecker, der aber nur die Hälfte aller Worte kennt.

Vielleicht noch 2 lustige Sachen: Die Amis und Kanadier "declawen" ihre Katzen, also lassen ihnen die Krallen abnehmen, lachen dann weil sie nicht mehr gefaehrlicher als Plueschtiere sind und das ist der Springbrunnen aus dem Intro der "Schrecklich netten Famile":

Montag, 13. Juni 2011

The windy city


Alright Boys 'n Girls. Vorgestern eingeritten in Chicago und die Uhr 'ne Stunde zurück gestellt. Dann ins Hostel eingecheckt und den Rubbel aufs Zimmer gebracht. Dann rüber an den Lake Michigan gelaufen, dabei das "Galway Arms" entdeckt und gemerkt. Bildchen am See, zurück in eben gemerktes Etablissement, Bierchen und Veggie-Burger. Danach waren wir ziemlich durch und sind saufrüh ins Bett. Das hatte ein Gutes: Vor dem Frühstück wurde Wäsche gewaschen und dann in die Stadt flaniert. Dort erstmal die ganze Touri-Action abgearbeitet: Aufs John Hancock Center (nochmal 20 Stockwerke höher als das Rockefeller-Center) gefahren und 'ne Tonne Fotos geschossen. Super Aussicht auf Chicago und den See. Dabei fällt auf, das es unheimlich viele Pools auf den Dächern gibt. Darüber wurde gleich neidisch gelästert und dann der Fahrstuhl nach unten genommen. Nächster Vorteil vom früh aufstehen: Anschließend zieht Nebel auf und alle uns nachfolgenden Besucher scheißen für 2 Stunden aufs Brett. Wir lachen unten, zeigen mit dem Finger und ziehen durch einen Park gen Navy Pier. Dort treiben sich sauviele Leute rum, buchen Schiffsrundfahrten (Touri-Scheiß), fahren Karussel (Kinderkram nach Cedar Point, Sandusky) oder trinken Bier (die Coolen). Gutgelaunt werde ich beim Spazieren von einer Möwe angeschissen. Ich verfluche das gemeine Vieh und drohe mit der Faust. Schnell in den Restroom, gereinigt und vor Wut ein Bierchen im Biergarten gekippt. Dann kreuz und quer durch die Stadt Richtung Norden und bei "Lou Malnati's" 'ne "Deep Dish Pizza" reingehauen. Sehr gut. Zurück zum Hotel, Kraft für den Abend sammeln.
Eine Anzeige am schwarzen Brett des Hostels führt uns per Bus in die "Green Mill Cocktail Lounge", dem Geburtsort des Poetry Slams. Der (auch anwesende) Besitzer hat das dort wohl vor 25 Jahren erfunden. Sehr, sehr geil, ich war ja noch nie bei sowas und dachte immer, das wäre Hippiescheiß. Mitnichten! Ein Haufen Kleinkunst; Gedichte, Geschichten, ein gar nicht schlechter Stand-up Comedian, Liedermacher mit Bongos und Gitarre, Liedermacher mit Piano. Dazu Bier en gros für mich und etwas weniger fürs Tinchen. Unser Thekennachbar war schon gegen 9 ordentlich voll und hat Gläser zerschmissen. Dann hat ihn seine peinlich berührte Parterin zum Ausgang geschleift. Nach der ganzen Poetik und Kleinsangeskunst gabs "All that Jazz": Ein dicker Orgelspieler, ein dünner Gitarrist und eine dicke Sängerin verwöhnten uns mit Barmusik. So cool! Das hab ich mir schon immer mal gewünscht! Mit allem drum und dran, Trinkgeld auf die Bar hauen, Musik hören und in schummriger Atmosphäre Bier trinken. Dann wieder klassisch 'ne Taxe rangewunken, heimgedüst und ab ins Bett.

The Crossroads of America lead to the Land of Lincoln and are plastered with roadkill


Wir sind vorgestern, nach einem sehr leckerem Frühstück, einer langen Unterhaltung, 'nem kräftigen Händedruck von Jon und Wangenküsschen von Cindy gen Chicago aufgebrochen. Unser Navi meinte, dass wir die 500km in 4 Stunden schaffen, was wir anzweifelten, da ja hier 70 Meilen pro Stunde (so 112 km/h) angesagt sind. Was WIR nicht beachtet hatten, war das wir ja die Zeitzone wechseln, wir also doch 5 Stunden brauchen, aber eine wieder einsparen. Vielleicht noch ein paar Bemerkungen zum Autofahren in den Staaten. Es fährt sich unglaublich angenehm auf dem Highway, da ALLE (auch LKW) diesselbe Geschwindigkeit fahren dürfen. Das hat zur Folge, dass man auch öfter mal von einem Truck überholt wird, wenn man bummelt. Was etwas nervt ist, dass die Überholvorgänge einiger Verkehrsteilnehmer (vor allem PKW) sich wie die, aus Deutschland gut bekannten, Elefantenrennen auf der Autobahn anfühlen. Jemand fährt 0,3 Meilen/h schneller und entscheidet sich dann zu überholen. Da er sich aber an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält, dauert das ganze dann mal 20 Minuten. Schlimm. Außerdem haben viele hier die Bedeutung von rechter und linker Spur nicht verstanden und tuckern gemächlich auf der linken Spur vor sich hin, während rechts alles frei ist. Muss man also rechts überholen, stört sich auch niemand dran. Eine weitere interessante Beobachtung ist der Straßenbelag, d.h. dass was zuhauf auf der Straße liegt; nämlich unglaublich brutal zerschmetterte Tiere (ich überlege immer, ob die bei uns einfach schneller weggeräumt werden, oder ob es weniger Tiere gibt, oder ob die Tiere bei uns besser im Vekehrsgarten aufgepasst haben) und Reifen. Unheimlich viele zerfahrene LKW-Reifen. Pro Meile ein Reifen. Allerdings haben wir noch keinen Truck mit weniger Reifen als gewollt gesehen. Dafür aber ein brennendes Auto auf der Gegenspur der Stadtautobahn in Chicago. Und 2 traurige Jungs daneben. Ham die wohl das Kühlwasser vergessen. Nun ja, jedenfalls sind wir jetzt schon den 3. Tag in Chicago, dazu aber heute (oder morgen) Abend etwas mehr.
Hier übrigens unser Karr'n.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Hitzewelle goes West


Heute mal umgekehrt, 2 Tage, ein Post. Wir waren gestern ein bisschen fauler als sonst, was vordergründig an den 100° Fahrenheit lag, die hier gerade herrschen. Die Hitze ist irgendwie anders als daheim, so stehend und drückend. Statt nach Süden sind wir dann ein Stück nach Norden, den Adam Clayton Powell jr (der erste schwarze Kongressabgeordnete für New York) Boulevard hoch, tiefer nach Harlem rein. Dort ist eigentlich auch alles ganz schick, nur verirren sich hier wahrscheinlich wenig Touris hin. Im Gegensatz zu Manhattan spielt sich hier viel Leben auf der Straße ab. Ganz viele Leute sitzen rum, spielen Karten, unterhalten sich oder verkaufen kleine Sachen (CDs, Eis, Früchte). Man ist hier als Weißbrot wieder ziemlich allein, wird jedoch niemals feindselig angeschaut oder überhaupt besonders beachtet. Überhaupt hatten wir niemals das Gefühl, das Harlem gefährlich sein könnte (war vor 15 Jahren vielleicht anders), denn dafür ist einfach immer zuviel los auf den Straßen. Noch ein Pluspunkt: Das Strictly Roots. Ein ziemlich einfacher, unscheinbarer Vegi-Imbiss, der recht günstig und sehr lecker ist. Ich empfehle das Veggie-Beef und ein hausgemachtes Ginger Beer (sauscharf, aber lecker). Danach sind wir zurückgetrottet, um im Apartment auf Abkühlung zu warten. Gegen Abend sind wir nochmal in unseren Lieblings-Öko-Supermarkt um für's Abendessen und die Reise einzukaufen. Der Rest des Abends verlief bis auf das gegenseitige Mit-Reisegeschichten-die-Taschen-vollhauen mit 2 Neuseeländern fast ereignislos. Wir mussten ja auch früh raus. Gesagt, getan: Um 6 aufgestanden, uns gereinigt, Sandwiches gemacht, Klamotten gepackt und ab in die U-Bahn zur Penn Station und dort in den New Jersey Transport Richtung Liberty Airport Newark. Das war's mit New York. Schade 

eigentlich, aber es liegt ja noch einiges vor uns. Am Flughafen dann die Karre abgeholt und durch das überwältigend komplizierte Autobahn- und Straßennetz Richtung Westen. So nach 100 Meilen wurde die Autobahn auch 2-spurig und wir fuhren durch überraschend Thüringen ähnelnden Landschaften. Berge und viel Wald. Nach der Hälfte hatte ich keinen Bock mehr zu fahren und hab das Monster rangelassen. Super! Jetzt kann ich abends die ganze Bierkarte hoch und runter trinken und wir kommen trotzdem gut heim. Jetzt sitzen wir in unserer 19. Jhd New England Inn (Replika) auf unserem Bett und überlegen wo es heute abend noch hingeht. Hier in Rural America muss alles mit dem Auto erfahren werden. Mal sehen, was Dubois (kein Franzosenscheiß hier , wird wie DooBoys ausgesprochen) zu bieten hat.